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Edgar Most
Fünfzig Jahre im Auftrag des Kapitals
Gibt es einen Dritten Weg?
Aufgeschrieben von Katrin Rohnstock und Frank Nussbücker
Rohnstock Biografien (Hg.)
Edgar Most ist eine Institution. Eine Ostdeutsche Stimme, die man auch im Westen hört. Selbst wenn er Feststellungen trifft wie diese: »Der Aufbau Ost war in Wirklichkeit die Stabilisierung West.« Er muß es wissen. Most war ein halbes Jahrhundert Banker: Staats-Banker, Deutsch-Banker.
Edgar Most, Jahrgang 1940, geboren und aufgewachsen in Tiefenort, zwischen Rhön und Thüringer Wald, berichtet in diesem Buch aus seinem Leben und aus seinem Beruf. Sachlich, selbstbewusst, kritisch.
Die Vorfahren waren Bauern; der Vater lange Jahre im Krieg und in sowjetischer Gefangenschaft; die Mutter starb mit Mitte 50 an Krebs. Most absolviert eine Banklehre in Bad Salzungen, engagiert sich in der Jungen Gemeinde, wird Mitglied der Freien Deutschen Jugend und tritt mit 21 Jahren in die SED ein. Wiederholt provoziert er Querelen mit der Obrigkeit. Der Karriereschub setzt ein, als er in den 60er Jahren auf die Großbaustelle des Erdölwerkes Schwedt geschickt wird. Mit 26 Jahren ist er dort Bankdirektor, der jüngste in der DDR. Ende 1989 wird er zum Vizepräsidenten der Staatsbank der DDR berufen. Im März 1990 gründet Most die Deutsche Kreditbank AG, die erste Privatbank in der DDR. Und als erster (und bislang einziger) Ostdeutscher steigt er schließlich in die Chefetage der Deutschen Bank auf. Als er 2004 in Rente geht, schreibt die Presse, dass nahezu jeder dritte Arbeitsplatz im Osten Deutschlands direkt oder indirekt mit seiner Tätigkeit verbunden sei.
Most beklagt nicht nur, dass aus der deutschen Einheit zu wenig gemacht wurde, sondern benennt auch die Gründe, Alternativen und Perspektiven.
Most schaut nicht zurück. Er setzt sich mit der deutschen Gegenwart ebenso auseinander wie mit der Weltfinanzkrise, die zu einer Systemkrise geworden ist. »Um sie zu lösen, muss man ihre Ursachen, nicht nur die Symptome bekämpfen«, sagt der Banker.
Most ist nicht allwissend. Aber er weiß, was getan werden sollte. Jetzt!
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Erschienen bei:
Das Neue Berlin
ISBN 978-3360019608